Nachruf auf Gerhard Möller

    Am 28. August 2016 ist Herr Gerhard Möller, Gründer des Magazins im Alter von 94 Jahren verstorben.

    Gerhard Möller wurde 1922 in Berlin geboren. Seine Jugendjahre wurden durch die Mitgliedschaft bei den Pfadfindern geprägt. Nach dem Notabitur meldete er sich zur Luftwaffe und konnte dort eine Vielzahl verschiedener Flugzeuge kennenlernen. In den ersten Nachkriegsjahren, verdiente er seinen Unterhalt gemeinsam mit seinem Bruder als Transportunternehmer. Parallel dazu begann er ein Jurastudium in München und eine Ausbildung bei BMW über verschiedene Stationen von der Lehre (in der Reparatur von Flugzeugmotoren) über Assistenz in der Geschäftsleitung bis in den Verkauf. Weitere Stationen waren der Vertrieb von Büromaschinen (Randlochkarten), gebrauchten Industriemaschinen und Waschmaschinen. Bei letzteren kam der erste Kontakt von Gerhard Möller mit dem Patentwesen.

    Entscheidend für ihn wurde das Patentwesen im Rahmen der Vermarktung einer Zufallserfindung: Gewebte Reißverschlüsse wurden damals von vielen Unternehmen produziert. Bei der Firma Gerlach, deren Produkte er Ende der 50er Jahre vermarktete, wurde bei einem Wartungsfehler eine Verbesserung der Stabilität des Reißverschlusses erzielt. Die Lizenzeinnahmen daraus ermöglichten es, gemeinsam mit der Firma Gerlach eine Privatbank zu eröffnen, die bis Mitte der 70er Jahre existierte. Auf Grund gestiegener Anforderungen an Banken hatte Gerhard Möller auf die Betriebserlaubnis verzichtet.Mitte der 60er Jahre wurden die Ärzte mit der Einführung der Gebührenordnung für Ärzte verpflichtet, ihre Abrechnungen mit Privatpatienten nicht mehr als Pauschalen zu stellen, sondern die erbrachten Leistungen detailliert aufzugliedern Viele Ärzte waren damit überfordert. Gerhard Möller sah eine Chance und gründete ADF Ärztlicher EDV Dienst u. Factoring GmbH. Die Gesellschaft kümmerte sich nicht nur um die Rechnungsstellung im Namen der Ärzte, sondern sorgte auch - bei Problemen mit der Zahlung - für das Inkasso. Sehr frühzeitig konnte er hier ­Schreibautomaten einsetzen. Seine zweite “große” Erfindung war das Pfandschloss für Einkaufswagen. Die Problemstellung bestand darin, dass die Nutzer die Einkaufswagen nicht zum Abstellplatz zurück brachte, sondern sie wild stehen ließen. Die Eigentümer beklagten deshalb zum einen erheblichen Schwund, zum andern kam es immer wieder zu Schäden an Fahrzeugen, wenn die Einkaufswagen unkontrolliert rollten. Da in beiden Fällen Versicherungen für die Schäden aufkamen, bestand kaum Interesse, Pfandschlösser zu benutzen. Also überzeugte Gerhard Möller die Versicherungen die Prämien zu reduzieren, wenn Pfandschlösser verwendet wurden.2003 entschloss Gerhard Möller sich, gemeinsam mit Gerd Felten, Robert Langen und Michael Beuter das INNOVATIONS-FORUM als Nachfolge der Erfindermitteilungen des Deutschen Erfinderverbandes ins Leben zu rufen. Schon bald fragte er mich, ob ich Beiträge für das Magazin liefern wolle. Bis 2009 hat er dafür gesorgt, dass Beiträge geschrieben wurden und das Heft regelmäßig erschien. Zum Jahr 2010 übergab er die Verantwortung für das Magazin vertrauensvoll in meine Hände. Auch danach haben Gerhard Möller und ich regelmäßig telefoniert. “Was können wir am Heft besser machen, wie können wir mehr für den Deutschen Erfinderverband erreichen?” waren seine regelmäßigen Fragen. Er war für mich stets ein überaus kompetenter und hilfsbereiter Gesprächspartner - nicht nur in geschäftlichen, sondern auch in privaten Themen. Diesem großartigen Menschen gilt mein besonderer Dank. Das Redaktionsteam und ich werden sein Andenken wahren!Eberhard Kübel,IF-Chefredakteur