Ausgabe 17-1/2


    Titelthemen

    • Additive Fertigung: Von den Mühen der Berge ... - Dr. L. Schröter
    • Fördermittel für den Mittelstand in Bayern - R. Silberhorn
    • Wechsel der DEV Sektionsleitung in Hamburg - André Bujok / H.-G. Torkel
    • Lydia Zetl - Guter Geist der Erfindermesse iENA- E. Kübel

    Editorial

    • Verstecken oder kämpfen - E. Kübel

    Making Innovation: Additive Fertigung

    • Von den Mühen der Berge ... - Dr. L. Schröter

    Aus der Förderlandschaft

    • Fördermittel für den Mittelstand in Bayern - R. Silberhorn

    Gewerblicher Rechtsschutz

    • Neues beim Designschutz - G. von Thüngen-Reichenbach

    Nachrichten aus dem DEV e.V.

    • Wechsel der DEV Sektionsleitung in Hamburg - André Bujok / H.-G. Torkel
    • Vorwort zur DEV Studie - H.-G. Torkel
    • DEV-Sektionstermine.
    • Einladung zum Sommerfest.
    • "Der Große Award des DEV e.V." - H.-G. Torkel.
    • Erfindergemeinschaftsstand des DEV e.V.

    Akteure im Innovationswesen

    • PSI 2017: Plus an Ausstellern und Besuchern - H. König
    • women&work - H. König.
    • iENA 2017 - Ideen, Erfindungen und Erfolge.
    • PSI Sustainability Awards gehen in die dritte Runde..

    Persönlichkeiten im Erfinderwesen

    • Lydia Zetl - Guter Geist der Erfindermesse iENA- E. Kübel

    Weiterbildung

    • Patente 2017 - "IP gewinnt"
    • 24. Innovationstag des BMWi - Gipfeltreffen des innovativen Mittelstands

    Buchbesprechung

    • "Innovation by Experiment" von Kampe, Gerhard; Celik, Pelin
    • "Handbuch der Patentverletzung" von Dr. Thomas Kühnen
    • "Die europäische Patentanmeldung und der PCT in Frage und Antwort" von
      Weiss / Ungler.

    ... aus der Redaktion

    • André Bujok unterstützt weiterhin das IF-Redaktionsteam
    • Impressum

    Editorial - E. Kübel

    Verstecken oder kämpfen?

    Es gibt viele Schauplätze, auf denen einen Erfinder sich bewähren muss! Zunächst wird seine Idee belächelt. Das geht nicht nur freien Erfindern so. Das gilt genauso für die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die Neues wagen. Die Kollegen lächeln - oder sie rümpfen die Nase mit den Fragen auf den Lippen “Wie kann man nur ...?” oder “Wofür soll das denn gut sein?” Beide Fragen
    werden von den Patentanwälten oder den Prüfern beim Patentamt zum
    Glück nicht gestellt. Dafür beginnt bei den Prüfern der Patentämter der Kampf darum, sie von der Neuheit und vor allem von der erfinderischen Höhe zu überzeugen. Dies ist vor allem bei den Patentämtern, die wohl eher die einheimische Wirtschaft vor  unliebsamer Konkurrenz aus dem Ausland schützen wollen als dass sie gleiche Maßstäbe bei Anmeldern aus dem In- und Ausland anlegen würden, ein kraftraubender Kampf.

    Leider ist der Kampf auch mit einem erteilten Patent noch nicht abgeschlossen.
    Nicht selten beginnt mit dem erteilten Patent erst der Kampf David gegen Goliath.
    Einsprüche großer Wettbewerber gegen das erteilte Patent veranlassen
    manchen Anmelder dazu, zu kapitulieren. Nicht selten geht es Goliath dabei
    ums Prinzip: “kostenlose Lizenz oder Einspruch”. So mußte ich es bei einem Kunden selbst erleben. Selbst das Angebot der Übertragung des erteilten Patentes
    gegen Erstattung der bisherigen Amtsgebühren und Anwaltskosten wurde abgelehnt.
    Noch härter wird der Kampf, wenn Goliath damit konfrontiert wird, dass David
    ihm Patentverletzung vorwirft. Mit der Frage, wie der Patentinhaber oder Verletzer sich auf die Auseinandersetzung vorbereiten können, befasst sich eine
    Buchbesprechung1 . Mit der Frage, welche Werkzeuge für die Durchsetzung
    von Ansprüchen zur Verfügung stehen, befasste sich ein Beitrag der “Patente
    2017"2 . Mit den Schwierigkeiten David’s, seine Ansprüche in der Praxis vor Gericht
    durchzusetzen, befasst sich eine aktuelle Ausarbeitung für den Deutschen
    Erfinderverband3. Auch wenn nicht jede Auseinandersetzung so endet wie der
    wohl bisher längste Prozess - nein, man muss sagen: die größte Prozessfolge - in
    Deutschland, die Auseinandersetzung zwischen Heinz Süllhöfer und der Bayer
    AG. Über 40 Jahre wurde hier gestritten. Am Ende konnte Heinz Süllhöfer den
    Gerichtskostenvorschuss nicht mehr bezahlen.
    Es gibt auch Positivbeispiele, in denen Goliath die Schutzrechte von David akzeptiert. Der Erfinder der Ultraschallsensoren zur Fahrzeugabstandsmessung
    hat seine Lizenzgebühren bis zum letzten Tag der Patentlaufzeit erhalten. Er ist
    ein Beispiel dafür, dass es lohnt, um seine Patentrechte zu kämpfen.


    Additive Fertigung: Von den Mühen der Berge zu den Mühen der Ebenen - Dr. Lutz Schröter

    Standortbestimmung Additive Fertigung/3D-Druck (AF) heute


    Mit diesen Worten wird häufig beschrieben, wie sich die Anforderungen bei neuen Entwicklungen verändern: Zu Beginn, wenn noch ein weitgehend unbekanntes Land erkundet, völlig neue Wege nicht nur gefunden, sondern oft erst noch geschaffen werden müssen, dient das Bild des Gebirges in doppelter Weise: Zum einen versperrt es den Blick nach vorn, was auch große Unsicherheit bedeutet. Und die Anstrengungen steiler Aufstiege fordern die Kräfte in hohem Maße oder sie erscheinen sogar unüberwindlich. Aber dieses Bild enthält auch das mögliche Glücksempfinden, einen solchen Berg bezwingen und von oben einen weiten Blick auf die davor liegende Strecke werfen zu können. Diese Art von Hindernissen zu überwinden, wird oft als die Königsklasse der Leistungsfähigkeit angesehen. Alles, was dann in der Ebene kommt, erscheint als eher leichte Kost.

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    In drei besuchten Konferenzen, war der Blick zwar unterschiedlich stark, aber immer auch auf die Probleme der Standardisierung im Sinne des Übergangs vom Rapid Prototyping zur industriellen Produktion gerichtet, für die eine wirksame Qualitätssicherung unverzichtbar ist. Und das soll auch im Zentrum des Artikels stehen.

    Steigende Bedeutung Additiver Fertigung als Treiber der Qualitätsdiskussion

    Der in allen Veranstaltungen gegebene Überblick zur gegenwärtigen und der zukünftigen Entwicklung wies aus, dass die absoluten Zahlen im Vergleich zu den Produktionswerten der klassischen zerspanenden Technik oder den Spritzgießverfahren noch marginal sind, dass der Übergang zur industriellen Entwicklung aber verdeutlicht werden kann an den Anteilswerten von Unternehmen in den verschiedenen Branchen, die sich bisher schon mit additiver Fertigung beschäftigen oder die Absicht haben, das in den nächsten Jahren zu tun. Die größten aktuellen Anteile der in diesem Bereich aktiven Unternehmen gibt es bei der Herstellung von Kunststoffprodukten (38%), im Maschinenund Anlagenbau (29%), der Automobil- und Luftfahrtindustrie (29%) der Pharmazie/Medizin (28%) und Elektronik (27%). Und in Bezug auf die Absichten für die nächsten Jahre steigen die Werte in der genannten Reihenfolge auf 45%, 44%, 49%, 38%, 43%. Dies ist der Hintergrund, aus dem heraus sich der Druck entwickelt, die Qualitätssicherung in der Produktion auf sichere Füße zu stellen. Und dies ist auch dann nötig, wenn trotz aller sich abzeichnenden Fortschritte auf absehbare Zeit die additive Fertigung dennoch nur in der Kleinserie oder sogar in der jetzt viel zitierten „Losgröße1“ bzw. in der Formen- und Werkzeugproduktion oder bei der Herstellung von Ersatzteilen Anwendung finden wird.

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    Fördermittel für den Mittelstand in Bayern - R. Silberhorn

     

    Mittelständische Unternehmen sorgen für knapp 60 Prozent der Arbeitsplätze und für über 80 Prozent der Ausbildungsplätze in Deutschland, wie das Institut für Mittelstandsforschung, Bonn, auf seiner Website zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstands ausführt. Wohlstand durch Arbeit und Zukunftssicherung durch Ausbildung – mit diesen zwei Schlagworten könnte man die heutige Rolle des Mittelstands also treffend beschreiben (Abbildung 1)

    KMU müssen in die Sicherung ihrer Zukunft investieren

    Aber wird der Mittelstand1 diese Rolle auch in Zukunft spielen können? Sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Zukunft für Mitarbeiter, Kunden und weitere Stakeholder noch attraktiv genug? Oder besteht vielmehr die Gefahr, dass der Mittelstand mehr und mehr gegenüber Großunternehmen an Boden verliert, weil er nicht ausreichend in Innovationen investiert? Die Risiken dürfen nicht unterschätzt werden: KMU haben an den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung nur einen Anteil von 12,7 Prozent, obwohl sie für über 50 Prozent der Beschäftigung sorgen! Laut KfW (Research Nr. 130 vom 16.06.2016) ging der Anteil der Innovatoren im Mittelstand von 43 Prozent im Zeitraum 2004-2006 auf 29 Prozent im Zeitraum 2012-2014 zurück, der Anteil der Innovationsausgaben von Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern sank von 42 Prozent im Jahr 1995 auf 22 Prozent im Jahr 2014.2 (Abbildung 2)

    Bayerische Fördermittel – so erhalten Sie einen ersten Überblick

    In Bayern wird die Wichtigkeit des Mittelstands traditionell hoch eingeschätzt. Der bayerische Staat unterstützt seine mittelständische Wirtschaft mit einer Reihe von eigenen, also bayerischen Förderprogrammen.

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    PSI 2017: Plus an Ausstellern und Besuchern

    Die renommierte Werbeartikelmesse markierte auch zur 55. Auflage neue Rekordwerte. Insgesamt zählte der Veranstalter Reed Exhibitions Deutschland 988 Aussteller (Vorjahr: 932) und 18.094 Besucher (Vorjahr: 16.810). Erstmals hatten am letzten Veranstaltungstag Kunden aus der Industrie auf Einladung von Werbeartikelhändlern Zugang zur PSI. Sie war bisher ausschließlich der Werbeartikelwirtschaft vorbehalten.

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    Auf Anregung des INNOVATIONS-FORUMs wurde in diesem Jahr gemeinsam mit der PSI ein neues Konzept für einen Gemeinschaftsstand zum Thema Innovationen entwickelt, um so Kompetenzen zu bündeln. Beteiligt waren neben dem INNOVATIONS-FORUM die iENA, das DPMA (Deutsches Paten- und Markenamt), das Fraunhofer- Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Plagiarius, manugoo, das Hauptzollamt sowie das PSI-Design- Forum . Die Doktorandin Dipl.-Ing. Anne-Elisabeth Krüger vom Fraunhofer IAO veranstaltete am ersten Tag der Messe einen Workshop zum Thema Design Thinking. Auf Einladung des INNOVATIONS- FORUM war auch Marcus Ahrend (TROIKA) zu Gast und beteiligte sich daran. Es wurde mit einem Legobausatz vom Hasso Plattner Institut gearbeitet. Für alle Beteiligten war der Workshop sehr spannend und es ergab sich sogar eine neue Zusammenarbeit daraus. Mit dem Fraunhofer war nun auch die Wissenschaft am Gemeinschaftsstand vertreten und man will auch im kommenden Jahr wieder dabei sein. Anne Krüger zum INNOVATIONS-FORUM: „Um Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden, ist es wichtig, Ihnen ein positives Erleben (User Experience) in Verbindung mit dem Produkt oder Service zu ermöglichen. Die User Experience fängt jedoch nicht erst bei der Produktnutzung, sondern bei der Werbung an – schafft man es, die Kunden bereits an dieser Stelle der Customer Journey für sich zu gewinnen, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit sich auch für das Produkt interessieren. Unsere Innovationsmethode BUILDING IDEAS konzentriert sich auf die Integration von emotionalen Komponenten bei der Entwicklung Produkt- bzw. Serviceentwicklung und ist daher besonders auch für die Werbebranche interessant. Insofern war die PSI-Messe spannend, um interessante Kontakte zu knüpfen und sich im Hinblick auf künftige Entwicklungsprozesse inspirieren zu lassen.“ Das INNOVATIONS-FORUM konnte am letzten Tag der Messe eine positive Bilanz ziehen und bereits Vorschläge für die Innovation Area 2018 mitnehmen. Chefredakteur Eberhard Kübel dazu: “Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder neue Impulse auf der PSI setzen konnten.“ Auch der IF-Gastautor Rechtsanwalt Martin Boden war mit einem Beitrag über die Möglichkeiten des Designschutzes auf dem PSI-Forum vertreten. Er zeigte sich beeindruckt von den vielen Neuheiten auf der Messe und der Vielfalt der Exponate. Ebenso machte der 1. Vorsitzende des Deutschen Erfinderverbandes, Herr Dipl.-Ing., Patent-Ing. Hans Georg Torkel, dem Stand des IF seine Aufwartung. Im kommenden Jahr wird es eine Erweiterung des Treibhaus der Ideen geben. Die Akteure PSI, die iENA und das INNOVATIONS-FORUM möchten damit insbesondere die freien Erfinder gegen eine Kostenbeteiligung die Möglichkeit geben, direkt auf der Messe einen Partner für die Vermarktung zu finden.

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    women & work

    „Veränderung und Transformation“ als Schwerpunktthema! Europas größter Messe-Kongress findet am 17. Juni in Bonn statt

    Volatil, ungewiss, komplex und mehrdeutig: In einer VUCA (siehe Infokasten) gewordenen Welt ist eine Revolution der Arbeitswelt zu erwarten. In diesem umwälzenden Prozess sind Frauen viel zu wenig sichtbar. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist Keynote-Speakerin und wird die women&work eröffnen. Sie fordert: „Die Digitalisierung unserer Wirtschaft, unserer gesamten Gesellschaft einschließlich des Arbeitsmarktes, ist einer der größten Transformationsprozesse, die wir bislang erlebt haben. Natürlich müssen Frauen diesen Prozess mitgestalten“.

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    PSI Sustainability Awards gehen in die dritte Runde

    Nachhaltigkeit 3.0 – Die PSI Sustainability Awards gehen in die dritte Runde. Nachdem im Herbst 2016 zum zweiten Mal die begehrten Auszeichnungen für herausragende, „grüne“ Initiativen und nachhaltiges Engagement in der Werbeartikelwirtschaft vom PSI Netzwerk vergeben wurden, können sich PSI- und Nicht-PSI-Mitglieder ab sofort wieder mit ihren Produkten, Kampagnen oder Unternehmen online bewerben. Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2017.

    „Grüne“ Werbeartikel liegen voll im Trend. Dabei ist Nachhaltigkeit mehr als eine Modeerscheinung. Nachhaltigkeit ist Verpflichtung und gewinnt als solche in der Werbeartikelbranche weiter an Bedeutung. Umso wichtiger ist Transparenz, um bei der Komplexität und Vielzahl von qualitativ unterschiedlichen Zertifikaten den Überblick zu behalten und „Greenwashing“ einzudämmen. Hier setzen die 2015 erstmals ausgelobten PSI Sustainability Awards an, die der Werbeartikelwirtschaft wertvolle Orientierung bieten und bereits als zuverlässiger Indikator für die Nachhaltigkeit von Unternehmen, ihren Eigeninitiativen, ihren Produkten und ihren Kampagnen gelten.

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    Patente 2017: Fachkongress für zukunftsorientiertes IP-Management


    "IP gewinnt" war das Leitmotto der Patente 2017, die unter der neuen Leitung von Dr. Kay-Jochen Rinck, Leiter Patente bei REHAU AG + Co., Rehau am 7. und 8. März 2017 in München stattfand. Der Programmbeirat hatte ein vielseitige und interessantes Programm zusammengestellt, wie die lebhaften Diskussionsbeiträge nach den einzelnen Referaten bewiesen.

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