Forschungs-Highlights zum Anfassen

    Über 200 Exponate auf BMWi-Innovationstag Mittelstand
    am 11. Juni in Berlin

    Quelle: InnoMedia Berlin

    Berlin. Ein Schlitten aus Thüringen für den Wüstensport auf Dünen, die welterste Laserschutzbekleidung aus Bayern und ein modulares Hüftimplantat aus Sachsen gehören zu den aktuellen Forschungs-Highlights, zu sehen auf dem 22. Innovationstag Mittelstand in Berlin. Auf dem Technik-Open Air des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 11. Juni ebenfalls dabei: weitere 200 Innovationen in Form neuer Produkte, Technologien und Dienstleistungen aus dem gesamten Bundesgebiet, mit denen vor allem kleine und mittlere Unternehmen in den nächsten Jahren ein Umsatzplus erzielen wollen.

    Quelle: InnoMedia Berlin

    Weil sie nur über begrenzte eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten verfügen, hält das Ministerium eine Palette von Förderprogrammen für diese Unternehmen sowie für industrienahe Forschungseinrichtungen parat. Den Kern bildet dabei das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Branchen- und technologieoffen konzipiert, gilt das ZIM seit Programmstart im Jahr 2008 als Flaggschiff der Innovationsförderung des Bundes für kleine und mittlere Unternehmen. Seither wurden für rund 29.000 Forschungs- und Entwicklungsprojekte insgesamt nahezu 4 Mrd. Fördermittel (Zahlen bis Ende März 2015) bewilligt. Davon entfielen fast drei Viertel auf Vorhaben mit mehreren Kooperationspartnern, gut ein Viertel auf einzelbetriebliche Projekte; zusätzlich wurde der Aufbau von über 360 Kooperationsnetzwerken unterstützt. Wegen seiner Praxisnähe, geringen bürokratischen Hürden sowie effizienten Bearbeitungs- und Genehmigungsabläufe wird das ZIM von der Wirtschaft sehr geschätzt. Mit erhöhtem Budget und optimiertem Regelwerk wird es bis 2019 fortgeführt.

    Besonders hohe Nachfrage gibt es im technologieoffenen ZIM aus den Bereichen Produktionstechnologien mit über 880 Mio. Euro bewilligten Fördermitteln, Werkstofftechnologien (fast 450 Mio.), Elektrotechnik und Messtechnik/Sensorik (ca. 445 Mio.) sowie Informations- u. Kommunikationstechnologien mit knapp 420 Mio. Euro Bewilligungsvolumen. In Berlin zeigen die „Könige in der Nische“, zumeist kleinere Mittelständler, dass sie den Namen zurecht verdient haben. Ihre Exponate sind auf Bedarfslücken ausgerichtet und sollen Umsätze generieren. Drei Beispiele:

    • Bayern: Die GBI Gesellschaft beratender Ingenieure für Bau und EDV mbH & Co. KG aus Herzogenaurach präsentiert einen Starkregen-Überflutungs-Schutz. Kernstück sind neue Softwarekomponenten, die mittels Datensammlung, Berechnung und Simulation von Starkregen gefährdete Liegenschaften identifizieren. Kommunen, betroffene Grundeigentümer und Gewerbebetriebe erhalten bei Unwettergefahreine entsprechende Warnung über SMS, E-Mail und Mobile App. Die Datenanalyse dient ebenso als Planungsgrundlage zur Gefahrenreduzierung.
    • Niedersachsen: Auf Carbonpapier als Heizelement basiert eine Fußbodenheizung, die Warnkes Holzmanufaktur GmbH & Co. KG und die Firma Elektro Tewes aus Neuhaus/Elbe gemeinsam mit der Forschungsgruppe Funktionsoberflächen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig entwickelt haben. Das elektrisch leitfähige Papier wird auf Trägermaterial appliziert und mit Schichtstoff überlaminiert. Im Vergleich zur konventionellen, im Estrich verlegten Fußbodenheizung ist der Abstand der Heizelemente zur Fußbodenoberfläche extrem gering, so dass der Heizeffekt schon nach äußerst kurzer Reaktionszeit eintritt.
    • NRW: Eine 6-Kanal-LED-„Lichtorgel“, die Waren im Einzelhandel energiesparend ins rechte Licht setzt, kommt aus Leichlingen. Die Leuchte der BÄRO GmbH & Co. KG erkennt mit ihren Sensoren nicht nur die Helligkeit an der Ladentheke, sondern auch die dominierende Farbe der angebotenen Produkte und stellt dafür das entsprechende Spektrum bereit. Der Kunde sieht so die Ware in natürlicher Farbe ohne den Einfluss herkömmlicher künstlicher Beleuchtung. Die Spezialfirma für verkaufsfördernde Beleuchtung hat dazu Ergebnisse der Grundlagenforschung an der TU Darmstadt und der Fachhochschule Südwestfalen genutzt. „Innerhalb von zwei Jahren ist durch die Zusammenarbeit von zwei mittelständischen Unternehmen und zwei Forschungspartnern ein Technologiesprung in der LED-Technik erzielt worden“, erklärt BÄRO-Projektleiter Dr. Martin Kirsten. „Mit Hilfe der ZIM-Förderung haben wir ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt erzielt.“ So sei es künftig möglich, über nur eine einzige LED-Lichtquelle beliebige Farbspektren zu erzeugen. Darüber hinaus können die Lampen per Software miteinander kommunizieren und sich gegenseitig fernsteuern.

    Quelle: InnoMedia Berlin

    Die Aussteller auf dem Innovationstag Mittelstand verbinden mit ihren Auftritten nicht nur die Präsentation ihrer Neuentwicklungen, sondern wollen auch Kontakte zu künftigen Kooperationspartnern knüpfen und in den Dialog mit Vertretern großer Unternehmen treten, die auf flexible und effiziente Partner im Bereich Forschung und Entwicklung angewiesen sind. Auf dem Parkgelände der ausrichtenden AiF-Projekt GmbH in Berlin-Pankow werden auch in diesem Jahr zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft erwartet.  

    Kontakt: Lothar Braun, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Förderrevision, Dienste,
    AiF Projekt GmbH, Projektträger des BMWi, Tschaikowskistr. 49, 13156 Berlin,
    T.: 030 48163-458, l.braun@aif-projekt-gmbh.de,
    www.aif-projekt-gmbh.de, www.zim-bmwi.de

    Quelle: InnoMedia Berlin