Als Juror auf der iENA

von Hans-Jürgen Thuma

Die iENA (internationale Erfinder- und Neuheiten-Ausstellung) gehört zu den festen Terminen eines Erfinders - ganz besonders, wenn man sich aktiv im Deutschen Erfinder Verband einbringt. Seit einigen Jahren bin ich als Juror auf der iENA tätig. Nachfolgend ein kleiner Zusammenschnitt über meine Jurorentätigkeit:

Donnerstag, erster Messetag:

10 Uhr Einweisung. Den Neulingen werden von den Vorsitzenden der Jury, Herrn Komm.-Rat Hoffelner, dem Vizepräsidenten des Österreichischen Erfinderverbandes und Prof. Dr.-Ing. Elmar Wagner von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg, Grundregeln und Vorgehensweise erklärt. Es wird auf etwaige Besonderheiten oder Änderungen hingewiesen und die einzelnen Bereiche zugeteilt. Wir sind 23 Juroren und haben alle - sei es beruflich oder ehrenamtlich - mit Erfindungen zutun. Die Jury ist in Gruppen unterteilt: Erfindungen für Erwachsene und Erfindungen für Schüler. Gruppen deswegen, weil einzelne Juroren oft nicht als solche wahrgenommen werden und viele Erfinder sich dann beschweren, es wäre niemand von der Jury bei ihnen gewesen.

Mit Namensschild, Kugelschreiber und Messekatalog geht es nun los. Laut Messekatalog müssen insgesamt über 600 Erfindungen angeschaut, von Erfindern aus allen Ländern erklärt und von den Juroren bewertet werden. D. h. pro Erfindung sollte beim Durchschauen im Schnitt nicht mehr als eine Minute aufgewendet werden. Man kommt also an einen Stand - sucht nach der Katalognummer, die idealerweise auf dem entsprechenden Plakat vermerkt ist oder auf dem Standzettel steht, welcher meist an einer der Seitenwände klebt. Leider ist das aber nicht immer so! Dann steht man unter Zeitdruck und versucht einem Aussteller, der keine Ahnung von dieser Katalognummer hat, ebendiese zu entlocken. Glücklich - wenn man einen Dolmetscher herbeirufen kann - finden sich nach der Erklärung der ersten Erfindung auch die entsprechenden Katalognummern.

Mit Hilfe des Dolmetschers können die Fragen der Juroren gezielt beantwortet werden. Im direkten Gespräch mit den (nicht nur ausländischen) Erfindern fällt es diesen oft nicht leicht, die eigene Erfindung so zu erklären, dass ein Fachfremder sie versteht. Das merkt man vor allem an den Einzelständen: die Erfahrung fehlt, die Erfindung in wenigen Sätzen zu erläutern. Manchmal stecken die Erfinder so tief in ihrer Materie drin, dass es sehr schwer ist, ihnen überhaupt den Einsatzzweck oder die Funktionsweise ihrer Erfindung zu entlocken. Hier liegt noch viel Entwicklungspotenzial für zukünftige Erfinderförderung.

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