Gerhard Möller – ein Leben für die Erfinder

Karl Bauch:

Herr Gerhard Möller verließ nach langen Jahren des Engagements für den Erfinderverband zum 30.10.2015 den Vorstand des DEV. Für mich ist dies Anlass das Wirken unseres Bundesverdienstkreuzträgers in den letzten Jahrzehnten zu würdigen und kurz aufzuzeigen. Ich kenne Herrn Möller seit ca. 24 Jahre. Er und Frau Trapp hatten mich bei der Gründung der Sektion Kempten/Allgäu unterstützt. Sie waren auch bei der Gründungsveranstaltung als Paten dabei. Ich schätze noch heute, dass ihm der Weg von Wuppertal nach Kempten nicht zu weit war.

Für kluge Ratschläge und Unterstützung konnte ich mich bis heute, also eine ganze Generation lang, stets vertrauensvoll an ihn wenden. Herr Möller ist ein Mann klarer Worte und ein Mann, der seinen Worten Taten folgen lässt.

Selbständiges Denken und Handeln liegen ihm als Unternehmer und Kaufmann im Blut. Viele Erfinder unterstützte Herr Möller durch Beratung, Bewertungen und vor allem beim Vermarkten ihrer Ideen. Als ein Beispiel fällt mir der einnähbare Reißverschluss ein, dem er zu großem Erfolg verhalf.

Unter seiner Führung entwickelte sich die Region Rhein-Ruhr in den 80er Jahren zur mitgliederstärksten Sektion im DEV.

Seine unternehmertypische Denkweise trat auch Zutage, als er zusammen mit anderen namhaften Persönlichkeiten des Erfindungswesens die GFEW ins Leben rief. Diese Gesellschaft zur Förderung des Erfindungswesens hatte sich zum Ziel gesetzt mit Spenden- und Fördergeldern ein oder mehrere Erfinderzentren zu betreiben, in denen Erfinder die gewünschte Unterstützung finden und dafür einen Teil ihrer Erlöse abtreten.

Aufgrund seines außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagements wurde Herrn Möller das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Mitgliederversammlung des DEV kürte Herrn Möller 2003 zum Ehrenmitglied. Diese Auszeichnung war bis dahin nur zwei weiteren Personen, darunter unserem Ehrenpräsidenten Herr Prof. Dr. Artur Fischer zuteil geworden.

Abschließend bleibt mir Herrn Möller persönlich, im Namen des Vorstandes und im Namen aller unserer Mitglieder ein herzliches Dankeschön und ein aufrichtiges ‘Vergelt’s Gott’ zu sagen.

Ingo Berkemeier:

Ich habe Gerhard Möller 1999 kennengelernt. Wir haben damals die Deutsche Innovations-Akademie gemeinsam gegründet und arbeiteten viele Jahre zusammen. Unser erster Auftritt war auf der Erfindermesse in Nürnberg. Durch ihn und seine Kontakte habe ich den Einstieg in die Welt der Erfindungen und Erfinder erhalten. Ich schätze Herrn Möller für seine Offenheit, besonders für diejenige, welche er den Anliegen der Erfinder gegenüber zeigte. Ebenso für seine klaren Worte und Meinungen, auch wenn etwas oder jemand in der Kritik stand. Hart in der Sache und freundlich zu den Menschen. Die Arbeit in der Akademie wurde eingestellt. Trotzdem verloren wir uns nicht aus den Augen. Seine eigenen Aktivitäten in der Patentverwertung stellte er irgendwann ein. Stets hatte ich Herrn Möller gebeten, seine Erfahrungen niederzuschreiben, weil ich die Geschichten sehr interessant und spannend fand, aus denen auch andere Lernen können. Bei einem Treffen vor einigen Jahren stellte ich ihm erneut die Frage nach seinen Aufzeichnungen. Wir nahmen das zum Anlass, um wieder ein neues, gemeinsames Projekt daraus zu machen. In regelmäßigen Treffen interviewte ich ihn und hielt seine privaten und geschäftlichen Erinnerungen fest. Einen Teil seines Lebens überblickend, bewundere ich diesen Mann, der stets aus der ihm gegebenen Lebenssituation das Beste macht, einen Mann, der der Kriegs-Generation angehört, die Deutschland nach der Zerstörung wieder aufgebaut hat und das deutsche Wirtschaftswunder mitbegründete. Bei all seinen geschäftlichen Erfolgen ist er bescheiden geblieben, auch wenn ihm trotz langem Aufenthalt im Rheinland das Berliner Mundwerk nicht abhandengekommen ist.

Viele gute Ideen hat er erfolgreich in den Markt gebracht und somit Innovationen geschaffen. Dazu gehören heute noch immer bekannte Sachen wie der  textile Reißverschluss oder Schlösser an Gepäck- und Einkaufswagen, die uns alltäglich begegnen. Dabei kam es nicht immer nur auf die technische Neuheit an. Vor allem ist seine Kombination mit anderen Elementen oder Partnern und die Herangehensweise in der Vermarktung immer ein innovativer Ansatz gewesen.

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